Judentum – Choschen Ha-Mischpat – Schulchan Aruch

Choschen Ha-Mischpat, d.h. „Brustschild des Rechts” (Vgl. Exodus 28, 15, 30) enthält in 29 Kapiteln mit 427 Paragraphen das gesamte Zivil- und Kriminalrecht.

Jakob ben Ascher (* um 1270; ? 1340) war eine halachische Autorität des Mittelalters. Nach seinem Hauptwerk Arba’a Turim wird er meistens Ba’al ha-Turim genannt.

Jakob ben Ascher wurde in Deutschland geboren und studierte bei seinem Vater Ascher ben Jechiel. 1303 begleitete er ihn auf eine Reise nach Toledo, wo er in großer Armut lebte. Er vermied es, rabbinische Ämter auszuüben, und widmete seine ganze Zeit dem Studium. Sein Sterbeort ist unbekannt.

Aus der Einsicht, dass ?logische Folgerungen fehlerhaft geworden waren, Streitigkeiten zugenommen hatten, die Meinungen sich vervielfältigt hatten, so dass es keine halachische Regelung gibt, die frei von Meinungsverschiedenheiten ist?, entschloss er sich, ein Werk zusammenzustellen, das alle Halachot und Gebräuche umfassen sollte, welche den Einzelnen und die Gemeinde betrafen.

Arba’a Turim bedeutet wörtlich ?Vier Reihen? und bezieht sich auf die Brustplatte des Hohepriesters (siehe dazu auch Urim und Tummim). Das Werk zerfällt in vier Teile.

  • Teil I, Orach Chajim, d.h. ?Weg zum Leben?, enthält 697 Paragraphen über Segenssprüche, Gebete, den Sabbat und jüdische Feiertage.
  • Teil II, Jore De’a, d.h. ?er lehrt Kenntnis? bzw. ?Lehrer der Erkenntnis?, behandelt in 403 Paragraphen jüdische Speise- und Reinigungsgesetze, Trauergesetze sowie Vorschriften über Wucher und Götzendienst.
  • Teil III, Eben Ha-Eser, d.h. ?Stein der Hilfe? (biblischer Ort, 1 Sam 7,12) enthält 178 Paragraphen über die Ehegesetze.
  • Teil IV, Choschen Ha-Mischpat, d.h. ?Brustschild des Rechts? behandelt in 427 Paragraphen das gesamte Zivil- und Kriminalrecht.

Das Werk ist in späteren Jahrhunderten vielfach weiter kommentiert worden und bildet die Grundlage des Schulchan Aruch von Josef Karo.

Jakob ben Ascher verfasste auch einen Kommentar zum Pentateuch, der 1806 in Zolkiew gedruckt wurde, wobei er frühere Kommentare von Saadia Gaon, Raschi, Abraham ibn Esra und Nachmanides zusammenfasste. Hierbei konzentrierte er sich auf den Pschat, d.h. die wörtliche Bedeutung eines Ausdrucks, und vermied es, kabbalistische Erklärungen zu berücksichtigen.