Judentum – Eben Ha-Eser – Schulchan Aruch

Eben Ha-Eser, d.h. „Stein der Hilfe“ (Vgl. Samuel 4, 1; 5, 1; 7, 12) behandelt in 5 Kapiteln mit 178 Paragraphen die Ehegesetze.

Da in manchen untergeordneten Punkten sich Differenzen zwischen den rechtskräftigen Gewohnheiten der Sephardim und Aschkenasim ausgebildet hatten, schrieb Moses Isserles, der von 1550 bis zu seinem Tod 1572 als Rabbiner in Krakau amtierte und ebenfalls einen Kommentar zu den „Arba’a turim“ unter dem Titel „Darkhe Moscheh“ (hebr. „die „Wege Moses“), verfasst hatte, Zusätze und Berichtigungen zu allen vier Teilen des Schulchan, welche bei den abendländischen Juden ganz dasselbe Ansehen wie Karos Worte erhielten.

Bald nach der Vorrede des Karo aber auch der des Isserles begann die Kommentierung der Schulchan-Abteilungen, wobei die ältesten von Schülern des Isserles stammen, wie Sefer me’iroth ‚Ejnajim (SmA, hebr. das die „Augen erleuchtende Buch“), Erklärung zum Choschen ha-mischpat; Chelqath mechoqeq, Erklärung zu Eben ha’ezer. Danach dann Ture zahab, ein Kommentar zu allen Teilen und Siphthe kohen (Schach) zu Jore de’a und Choschen ha-mischpat. Dann Magen Abraham, Erklärung zu Orach chajjim und als 6. Beth Samuel zu Eben ha’ezer.

Danach kamen unzählige weitere Kommentare bis zur Gegenwart hinzu. Unter den aschkenasischen Juden hat der zusammenfassende Kizzur Schulchan Aruch von Rabbiner Schlomo Ganzfried (1804-1886) aus Ungarn besondere Geltung erhalten, unter den orientalischen Juden der Ben Ish Chai von Josef Chaim (1832-1909) aus Bagdad, der ebenfalls eine Zusammenfassung des Schulchan Aruch darstellt, genauso wie die sechsbändige „Mischnah brurah“ des Chafez Chajim (1838-1933, Polen).