Judentum – Schir ha-Schirim – Hohelied Salomo – das lied der lieder – שיר השירים

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„Rabbi Akiba sagte: Die ganze Welt wiegt nicht auf den Tag, an welchem das Hohelied gegeben worden ist. Warum? Weil alle Schriften heilig sind, das Hohelied aber ein Allerheiligstes.“

Midrasch Schir ha-Schirim Rabba


„Die herrlichste Sammlung Liebeslieder, die Gott erschaffen hat.“
und
„Das Zarteste und Unnachahmlichste, was uns von Ausdruck leidenschaftlicher, anmutiger Liebe zugekommen“

Johann Wolfgang von Goethe

 

Die Bezeichnung „Hohelied“ geht auf Martin Luther zurück. Der hebräische Name Shir ha Shirim bedeutet wörtlich „Lied der Lieder“. Dem entspricht auch der Titel in der griechischen Septuaginta Ἄσμα Ἀσμάτων (ásma asmáton) und in der lateinischen Vulgata Canticum Canticorum.
 

Ob man das Hohelied eher als einheitliche Komposition oder eher als Liedersammlung ansehen soll, ist umstritten. Jedenfalls treten wechselweise ein Mann, eine Frau und eine Art Chor als Sprecher auf. Der Mann wird mit Salomon identifiziert (die Zuschreibung im Gedicht ist unklar; dort wo der Name „Salomon“ fällt, muss dies nicht der männliche Sprecher sein), der Name der Frau ist Sulamith.

Seit dem Mittelalter wird das Hohelied in acht Kapitel unterteilt.

Diese Interpretation wurde innerhalb des Judentums besonders entschieden von Rabbi Akiba im 2. Jahrhundert betrieben. Er interpretierte das Lied als eine Darstellung der Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel. Folglich verurteilte er entschieden eine weltliche, erotische Auslegung und einen entsprechenden gesanglichen Vortrag des Liedes. Diese Interpretation Akibas war über Jahrhunderte hinweg dominant.[1] In ähnlicher Weise deuteten ihn auch der Targum zum Hohelied zwischen 700 und 900 nach Christus, sowie spätere mittelalterliche Rabbiner wie Saadia Gaon, Schlomo ben Jizchak, und Abraham ben Meir ibn Esra.

 

 
 

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