יחזקאל לח - Jecheskel 38

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Kap. 38. 1. Es erging das Wort Gottes ‏an‎ mich:

Kap. 38. Dieses »ewige Heiligtum« (‏בית עולמים) mit der Verwirklichung aller israelitischen Sehnsucht und der Erfüllung aller Menschheitshoffnungen, die es mit sich bringt, bildet ‏אחרית הימים‎ »das Ziel der Völkergeschichte«.Kap. 40 ff. sind ihm geweiht. Ihnen gehen Kap. 38—39 voraus: die Offenbarungen über die Kämpfe gegen Gog und Magog. Auch nur ein flüchtiger Blick in diese Kapitel zeigt unwiderleglich, daß es sich hierbei um welthistorische Ereignisse handelt, die — wie es zudem 38, 16 ausdrücklich heißt — gleichfalls ‏באחרית הימים‎ sich abspielen werden, in einer Zeit, da an Israel alle die wunderbaren Verheißungen in Erfüllung gegangen sein werden, von denen die zurückliegenden Kapitel gehandelt haben: Israel hat seine Erlösung und dauernde Vereinigung auf seinem heimatlichen Boden gefunden. Da soll auch das '‏וידעו הגוים כי אני ה‎ des Schlußsatzes des vorhergehenden Kapitels zur Wahrheit werden, auch eine nichtisraelische Welt soll ihre Erlösung finden. Sie findet sie, nachdem Gott auf heiligem Boden den letzten Kampf mit einer der Gotteshuldigung widerstrebenden Welt ausgetragen haben wird. (Neben Jecheskel hat uns vor allem Secharja in seinem letzten Kapitel über diese Kämpfe Enthüllungen verwahrt). Damit aber stürzen alle luftigen Kombinationen zusammen, mit denen sich eine nichtjisraelische Bibelerklärung an diese Kapitel heranwagt. Wir haben uns auch hier der bewährten Führung unserer Weisen ‏ז''ל‎ anzuvertrauen. Ihnen aber bilden die Gog- und Magogkämpfe »die Schlußentwicklung der Geschichte der Zeiten« (Com. Nu. 11, 29). Mit ‏אשר יקרא אתכם באחרית הימים‎ (Gen. 49, 1) habe der sterbende Ahn seinen Kindern »den Sturz von Gog und Magog enthüllt (Ber. Rab. 98). Die davidische Gotteshuldigung (Ι Chr. 29): »Dein, o Gott, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Sieg und die Majestät, denn dein alles im Himmel und auf Erden; dein ist die Herrschaft, und was sich nur irgend wem zum Haupt erhebt«. זו מלחמת גוג ומגוג durch die Gog- und Magogkämpfe finde sie einst ihre Verwirklichung (Berach. 58). — Auch unser Hallel, das die wechselvollen Phasen der Geschichte des israelischen Volkes besingt, die schließlich zur Gotteshuldigung auf Erden führen, schaue auf die Gog- und Magogkämpfe (Pessach. 118), und die ewigen Zusicherungen göttlicher Gnade, mit denen die ‏תוכחה‎ Israel in sein Galuth hinausgeleitet, finden einst in den »Tagen von Gog und Magog« ihre herrliche Erfüllung (Megilla 11). — Psalm 2, der in eine Welt schaut, in der Könige der Erde ‏ה' ועל .משיחר‎ על sich gegen Gott und seinen Gesalbten erheben, um »zu zerreißen die Bande, von sich zu werfen die Seite«, charakterisiere die Zeit der Gog- und‎ Magogkämpfe (Abod. Sara 3b). — Wer den Sabbat in Wahrheit begeht (‏שלש סעודות), bleibe von den Gog- und Magogkämpfen verschont (Sabb. 118): die Erlösung, die eine verirrte Menschheit nach furchtbaren Leiden einst findet, hat ihm der Sabbat bereits gebracht. —
So wenig zweifelhaft daher der Charakter der im folgenden geschilderten Kämpfe ist, und wiewohl mir völlig im klaren sind, in welche Zeiten diese Kämpfe uns‏ hineinführen, so bieten jedoch die in diesem Kapitel erwähnten Völkernamen, sowie auch der Name, unter dem diese Kämpfe uns geläufig sind, Schwierigkeiten, denen wir nur durch Vermutungen begegnen können. Dürfen wir doch keinen Augenblick vergessen, daß es sich in allem folgenden um Ereignisse handelt, für die uns vielleicht noch das Verständnis abgeht, und hat doch auch Jakauv, als er sich anschickte, seinen Kindern dieses ‏אחרית הימים‎ zu enthüllen, sich mit »nur kurz andeutenden Pinselstrichen« begnügen müssen.
»Secharja 14, 16 enden alle gegen ihre Gottesbeziehunges ankämpfenden Kraftanstrengungen der Völker mit der endlichen Huldigung Gottes in Jerusalem und der jährlichen Gesamtmenschheitfeier des Hüttenfestes. Ja, wir wagen den Gedanken: Ezechiel 38 und 39 wird das leitende Haupt der letzten Kämpfe gegen Gott und seine Gestaltungen auf Erden Gog genannt. Eis liegt nicht fern, darin den Begriff des Dachbildens von ‏גגג‎ und damit sofort den Gegensatz zur ‏,סוכה‎ dem unfesten, kunst- und machtlosen Laubdach zu erkennen. In der Tat läßt sich der Inhalt der ganzen Menschenweltgeschichte in diesem Gegensatz begreifen. Ein Wahn führt die Menschheit irre. Wie es ihr gegeben ist, ihre ‏דפנות‎ (Wände) ihr Bereich den geschöpflichen Mittweltgenossen gegenüber durch ihre mit Kunst verbundene Macht abzugrenzen und sicher zu stellen, so, wähnen sie, sei es auch die Aufgabe ihrer Macht, sich nach oben, Gott und den Einflüssen Seiner Waltungsmacht gegenüber sicher zu stellen, sich nur‎ unter den Schutz der eigenen Macht zu begeben. ihr Geschick in die eigene Hand zu nehmen und den Ausbau der Menschengröße durch das die Unabhängigkeit von Gott sicherstellende Giebeldach zu krönen. Es ist der Kampf des ‏גג‎ gegen ‏,סוכה‎ der Kampf des die Menschen nicht zur Ruhe gelangen lassenden »Giebelwahns« der Menschengröße gegen das heitere Vertrauen, der sich Gottes Schutz unterstellenden Hüttenwahrheit Die Weltgeschichte beginnt mit dem himmelstürmenden Turmbau der sich selbst vergötternden Menschenmacht — und endet mit dem Gott huldigenden Hüttenbau des heiteren Menschendaseins auf Erden. — « (Com. Nu. 29, 13).
Wir glauben noch hinzufügen zu dürfen: Gog erscheint in unserem Kapitel als das Oberhaupt von Völkern (V. 2 u. 6), die Gen. Kap. 10 als Söhne Japhets erwähnt werden, in ihrer Reihe werden aber hier auch Völker genannt (V. 5), die (das.) als Söhne Chams vorkommen. Erinnern wir nun an das Seherwort Noachs, das nach den tiefen Ausführungen des Commentars (Gen· 9, 25 ff), auf die wir verweisen, die »ganze Geschichte der Menschheit, ihren Anfang, ihr Ende und ihre Mitte« in sich begreift, so haben wir in Gog die machtvollste Verkörperung der japhetischen Kultur vor uns, der nach der Verheißung ‏ויהי כנען עבד ילמו‎ die Überwindung Chams bereits gelungen ist. Für die Richtigkeit unserer Auffassung spricht auch ein Wort unserer Weisen ‏ז”ל‎ (s. K. 39, 11). Die Erlösung der Menschheit aber geht von Schem aus. Von ihm soll sie lernen ‏וישכון באהלי שם‎ »ihre Hütten auf Erden also zu bauen, daß Gott bei ihnen wohne, das ganze Menschenleben auf Erden also zu gestalten, daß Gottes Herrlichkeit wieder aus Erden zu den Menschen einkehre.« (das.). In der Ueberwindung von Gog feiert das ‏וישכון באהלי שם‎ seinen späten Triumph, nach seiner Ueberwindung erheben sich auf weitem Erdenrund die Gott huldigenden, Gott geweihten Menschenhütten, in deren Mitte das »ewige Gottesheiligtum« (37, 28) seine Stätte findet, das ihnen allen Gotter segnende Schechina-Nähe ‏והיה‎ ‏משכני עליהם‎ (37, 27) für immer verbürgt. —

2. Menschheitsohn, wende dein Angesicht zu Gog, zu dem Lande des Magog, dem Fürsten, dem Oberhaupt von Meschech und Tubal, und verkünde dein Prophetenwort über ihn.

2. ארץ המגוג wohl im Gegensatz zu ‏‏:(8) ארץ ישראל das Land, in dem das Gog-Prinzip seine Stätte ('מ)‎ seine gewaltigste Vertretung findet — ‏ראש‎ nichtistaelische Commentatoren vermuten dahinter eine unbekannte Völkerschaft (?).

3. Sprich: so hat mein Herr, Gott, der seine Liebe in Rechtswaltung offenbart, gesprochen: siehe, ich wende mich dir zu, Gog, Fürst, Oberhaupt von Meschech und Tubal. 4. Ich führe dich irre, ich gebe Haken in deine Kiemen und lasse dich und dein ganzes Heer hinausziehen, Rosse und Reiter, gekleidet alle in vollendete (Schöne), in großer Ansammlung, mit Stachelschild und Schildern, Schwert handhabend alle.

4. Gog ahnt nicht in seinem Gott leugnenden Wahn, daß es in dem Augenblick seiner höchsten Machtentfaltung ohnmächtiges Werkzeug in Gottes Hand ist: '‏ונתתי וכו auch hier wie 29, 4 das Bild erbärmlicher Hilflosigkeit. ‏שובבתיך‎ Gott läßt es in die Irre gehen (wie Jes. 47, 10 ‏חכמתך‎ ‏ודעתך היא שובבתך‎), sich immer mehr in den wahnwitzigen Gedankens hineinleben ‏ותאמרי בלבך אני ראפסי עוד‎ (das.): »Ich, nnd außer mir keiner!« — damit auch es auf diesem Wege zur Gotteserkenntnis gelange: indem es Gott »irre führt«, bringt es Gott auf den rechten Weg zurück (auch das liegt in ‏שובבתיך‎ vgl. V. 8, so auch Jes. 57,17 ‏דרכיו ראיתי‎ — ‏וילך שובב בדרך לכו‎ ‏והוצאתי אותך — .וארפאהו‎ Wenn Gog sich zum Kampfe gegen Gott rüstet, führt es Gott nicht weniger — als wenn Gott sein Volk seiner Erlösung entgegenführt (V. 8)! ‏לבשי מכלול‎ 23,12.

5. Perser, Kusch und Phut mit ihnen, alle mit Schild und Helm. 6. Gomer und alle seine Heeresflügel, das Haus Togarmas, das Strebeziel des Nordens, und alle seine Heeresflügel — viele Völker mit dir.

6. ‏אגפיה s. 12, 14: ‏ירכתים» ירכתי צפון bezeichnet denjenigen Teil einer Räumlichkeit, der das eigentliche Strebeziel derselben bildet, zu welchem sich alles übrige als Vorraum verhält. ‏ירכהי צפון‎ ist somit dass Strebeziel des Nordens wohin der ganze Norden blickt und wandert.« (Com. Ps. 48, 3): ‏בית תוגרמה‎ war für den ganzen Norden dass Strebeziel.

7. Rüste dich nur und stelle dir (alles) bereit, du und deine ganze Ansammlung, die sich zu dir schart, sei ihnen nur zur Wache.

7. משמר die Wache, ist eine überaus charakteristische Bezeichnung für die Stellung, die Gog inmitten der seiner Führung sich anvertrauenden Völker einnimmt: in seinem Schutz fühlen sie sich geborgen. Gog hat eben keine Ahnung von der israelitischen «Hüttenwahrheit«, die ihr ‏אם ה' לא ישמר‎ ‏עיר שוא שקר שומר (Ps. 127, 1) »wenn Gott eine Stadt nicht hütet, hat vergebens der Hüter gewacht« ‎vertrauensvnoll singt —


8. Seit vielen Tagen wirst du bedacht, in der Hinterlassenschaft der Jahre kommst du nun in ein Land, (dessen Bevölkerung) zurückgebracht ist, dem Schwert entrissen, gesammelt aus vielen Völkern, wider Israels Berge, die dauernd in Trümmern lagen, es aber ist aus Völkern herausgeführt, und sorgenfrei wohnen sie alle —

8. מימים רבים Seit grauer Vergangenheit ist auch Gog Gegenstand göttlichcr ‏,פקידה‎ hat Gott sein Augenmerk auf Gog und sein frevelhaftes Tun, und was sich ‏באחרית השנים vollendet, war schon von Anfang an von Gott vorbedacht. ‏אחרית‎ ist wohl von ‏קץ‎ zu unterscheiden. קץ ist das Ende, womit etwas aufhört, ‏אחרית‎ ist das, was nachher kommt, nachdem das andere geendet, somit hier: nachdem die jetzigen Zeitentwicklungen abgelaufen, also: die Hinterlassenschaft der Tage, das Ziel der Völkergeschichte« (Com. Gen. 49, 1). In Gottes ‏פקידה‎ liegt ‏es‎ begründet, daß das Ziel der Weltgeschichte auf heiligem Boden sich vollendet. Gog zieht zum Kampfe heran, wider ein Land, dass sein gottgewolltes Gepräge wieder von dem Volke erhalten hat, das es nunmehr bewohnt. ‏ארץ ישראל‎ kann sich wieder mit ‏ישראל‎ identifizieren: ‏ארץ משובבת מהרב‎ Israel ist heimgekehrt, nein, es ist heimgebracht worden, dass ohne Gottes allmächtige Hilfe längst unter den Völkern der Erde aufgegangen und dem Schwerte einer feindlichen Welt erlegen wäre; und sind die »Berge Israels« aus ihren Trümmern zu neuer Blüte erstanden, so ist es nur dem Umstand zu verdanken, daß Gott sein Volk heimgeführt, unter dessen schützender Hand allein es sorgenfrei leben zu können gelernt hat. Gegen dieses Volk, das das ‏בטחון‎ der »Hüttenwahrheit« in seinem Lande verwirklicht, zieht Gog zum Kampfe heran. ארץ‎ ‏המגרג‎ (2) nimmt den Kampf auf mit ‏ארץ ישראל‎ —

9. Du ziehst herauf, kommst wie die Verödung, wie eine Wolke, das Land zu bedecken, wirst du sein, du und alle deine Heeresflügel und die vielen Völker mit dir.

9. ‏כשואה‎ s. Ps. 35, 8 hier: die leibhaftige Verödung.

10. Also hat mein Herr, Gott, der seine Liebe in Rechtswaltung offenbart, gesprochen: an jenem Tage wird es sein, da werden Worte dir in den Sinn kommen, und du wirst einen bösen Plan erwägen,

10. ‏דברים ‎Was zunächst nur Worte schienen, verdichtet sich zu einem teuflischen Plan.

11. du wirst sprechen: »ich will hinaufziehen wider das Land, das mauerlos daliegt, will kommen wider die ungestört Ruhenden, die da sorglos wohnen — wohnen alle ohne Mauer, Riegel und Tore haben sie nicht!«

11. Gog sieht in ‏ארץ ישראל‎ und in dem dort entstandenen Staatswesen eine Verhöhnung seiner eigenen Grundsätze: wagt da ein Volk inmitten einer von Waffen starrenden Welt einen Staat aufzuführen, der seine Stärke nicht in seinen Festungen erblickt, der seine Bürger aus der »Hüttentwahrheit« ruhige Sorglosigkeit gewinnen lehrt! Denn heißt es auch Kap. 36, 35, daß die Städte des heiligen Landes einst »als befestigte bewohnt werden«, so macht das Land auf Gog dennoch den Eindruck eines ‏ארץ פרזות‎ — denn was nützen, nach dem Gog-Prinzip, noch so feste »Wände« (דפנות)‎ so lange man nicht auch nach oben den sichernden, festen »Giebelbau« aufzuführen gelernt hat! Für Israel aber ist das Prophetenwort (Sechar. 2, 9) in Erfüllung gegangen, wonach Gott ihm zur »Feuermauer« ringsum geworden, und »in Juda wird« von einem ‏=אמובה‎ und בטחון=starken Volke »das Lied gesungen« (Jes. 26), daß »stark seine Stadt nun sei, seitdem Gottes Hilfe Mauern und Wall ihr setze«! Gog aber will sich nicht verhöhnen lassen.

12. um Plünderung zu veranstalten und Beute zu machen, deine Hand nach bewohnten Trümmern auszustrecken, zu einem Volke, das aus der Mitte von Nationen geeint worden, Gut erwirbt und dem Erwerb nachgeht, und die da wohnen auf dem Nabel der Erde -

12. 'לשלל שלל וגו ‎Sind bereits der Plünderung, der Beute verfallen, ehe es überhaupt zum Kampf kommt; Gog braucht nur seine Hand auszustrecken, sind doch nur »bewohnte Trümmer«, die im nächsten Augenblick wieder das sind, waszs sie ehedem waren — ist es doch ein Volk מאסף מגױם‎ (in אסף, vgl. V. 8 מקבצת מעמים, steckt der Begriff עזב: losgelöst sein ‎von allem anderen s. Comm. Gen. 49, 1), das von allen anderen Völkern isoliert, auf keine mächtigen Bundesgenossen rechnen kann, und sich in seiner Torheit nur um Gott scharen zu brauchen wähnt, um allen Gefahren trotzen zu können — und glaubt, unter Verzichtleistung auf militärische Sicherungen, friedlichem Erwerb nachgehen zu können und bewohnt doch ein Land, das im »Nabel der Erde« im Centrum aller Kulturländer liegt (vgl. 5, 5 ‏זאת‎ ירושלם בתוך הגוים שמתיה וסביבותיה ארצות‎), das noch immer von allen weltgeschichtlichen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen, auf Anlehnung an mächtige Nachbarn gerader angewiesen sein müßte! Sein Schicksal ist somit von Anfang an besiegelt.

13. Seba und Dedan und die Kaufleute von Tarschisch und alle ihre Löwen werden zu dir sprechen: kommst du, um Plünderung zu veranstalten, hast du, um Beute zu machen, deine Ansammlung versammelt, bringst du Silber und Gold, um dafür Hab und Erwerb zu empfangen und unerwartet großen Gewinnst einzuheimsen? —

13. ‏שבא וגו‎ s. Kap. 27: mächtige Handelsvölker die ‏וכל כפיריה‎ wie junge, raubgierige Löwen diesen armseligen »Handelsstaat« umlauern (vgl. 19, 2 ‏בתוך כפירים רבתה)‎ und nur blutigen Hohn für das traurige Geschick übrig haben, dem er auch nach ihrem Dafürhalten sicher entgegengeht. Dieser Hohn spricht aus dem Zuruf, mit dem sie Gogs Unternehmung begleiten: gelte ‏es‎ einem Raubzug, oder komme Gog als ehrlicher Händler (s. Malbim), um geqen Silber und Gold Waren zu erwerben und dabei unverhofften Gewinnst einzuheimsen? (‏שלל‎ hier wie Misch. 31, 2 ‏ושלל לא יהסר‎ «eigentlich Beute, dann eine Errungenschaft, auf die man keinen Anspruch oder keine Hoffnung hat« (Com. Gebete).

14. Deshalb sprich, Menschheitsohn, dein Prophetenwort und sprich zu Gog: so hat mein Herr, Gott, der seine Liebe in Rechtswaltung offenbart, gesprochen: Fürwahr, an jenem Tage, da mein Volk Israel sorgenfrei wohnen wird, wirst du es erfahren 15. und kommen von deinem Orte, dem Strebeziel des Nordens, du und viele Völker mit dir, auf Rossen reitend alle, eine große Ansammlung, ein mächtiges Heer — 16. und wider mein Volk Israel wie eine Wolke heraufziehen, das Land zu bedecken — in der Hinterlassenschaft der Tage wird es sein, da werde ich dich wider mein Land heraufbringen, damit die Völker mich erkennen, indem ich mich vor ihren Augen in meiner Heiligkeit an dir, Gog, erweisen werde!

14 - 16. תדע ‎Die Tatsache, daß Jisael es wagt, ‏לבטח‎ sorgenfrei zu leben, wird Gog Grund genug sein ובאת, um über es herzufallen — Gogs Land ist ‏ירכתי צפון‎ s. V. 6. ‏רוכבי סוסים בולם‎ im Gegensatz zu Gog hat Jsrael sich’s für immer gelobt: ‏ על סוס לא נרכב‎ »auf's Roß wollen wir uns nicht setzen, und nicht ferner sprechen: »unser Gott« zu dem Werk unserer Händel« (Hos. 14, 4) Israel ist, wie es hier immer wieder heißt, endlich ‏עמי ישראל‎ »mein Volk, Gottes Volk geworden«.
Gog ahnt nicht, daß ‏אחרית הימים‎ heraufziehen (s. V. 8). ‏ובאת - והבאותיר‎ wo es zu »kommen« wähnt, wird es in Wirklichkeit von Gott heraufgebracht (s. V. 4! '‏למען דעת וגו‎ — ‏תדע‎ Gog sieht nur die Ohnmacht Jsraels und ist seines Sieges sicher: in seiner ‏,קדושה‎ in seiner sieghaften Allmacht (s. 36, 23) aber will sich Gott im Kampfe mit Gog erweisen, damit ‏אחרית הימים‎ ‏das‎ Ziel der Völkergeschichte sich vollende.

17. So hat mein Herr, Gott, der seine Liebe in Rechtswaltung offenbart, gesprochen: bist du der, von dem ich bereits in den Tagen der Vorzeit durch meine Diener, die Propheten Jisraels, gesprochen, welche in jenen Tagen auf Jahre hinaus prophezeiten, dich über sie einst zu bringen? —

17. Gog ahnt nicht, daß mit seinem Entschluß, den Kampf mit Israel, dem Gottesvolke auf heiligem Boden aufzunehmen, nur der Gotteswille seine Verwirklichung findet, der von Anfang an die Menschengeschichte gelenkt und in dessen Dienst seit den »Tagen der Vorzeit« das Prophetenwort gestanden. Auf diesen Augenblick, da Gog sich zum Kampfe wider Israel erhebt, haben Jsraels Propheten seit den »Tagen der Vorzeit« geschaut. Die Weisen erblicken in diesen auf Jahre hinaus prophezeienden Männern Eldad und Medad ‏ויתנבאו במהנה, על עסקי גוג ומגוג היו מתנבאין‎ s. Com. Nu. 11, 29.

18. Es wird geschehen an jenem Tage, an dem Tage, da Gog über Jsraels Boden kommt — ist der Ausspruch meines Herrn, Gottes, der seine Liebe in Rechtswaltung offenbart, —‎ wird mein lodernder Unwille in meinem Zorne aufsteigen. 19. Und in meiner Rechtsforderung, in dem Feuer meines‏ ‎hinaustretenden Zornes habe ich ‎bestimmt: wahrlich, gewaltiges ‎Beben wird an jenem Tage auf Jsraels Boden eintreten. 20. Und es erbeben vor mir die Fische des Meeres, das Geflügel des Himmels und das Getier des Feldes und alles Gewürm, das sich auf der Erde regt und die Gesamtheit der Menschen, die auf der Oberfläche des Menschenbodens sind, und niedergerissen werden die Berge, und einsinken die Stufen, und jegliche Mauer stürzt zur Erde.

18-20. חמה die Wut, die im Innern kocht, ‏אף‎ die Gemütsbewegung, die nach außen getreten, ‏עברה.‎ von ‏:עבר‎ die ganz sich überschreitende Wut, das Außersichwerden, Aussichhinausfahren« (Com. Gen. 49, 7). In den furchtbaren Ereignissen, die nunmehr eintreten, »tritt Gott heraus und nimmt den Kampf auf mit jenen Völkern« (Sech. 14, 3). Gog wagt es, ‏אדמת ישראל‎ zu betreten — wie es hier bedeutsam heißt; vgl. 7, 2 Com. — heiligen »Menschenboden« (אדמה)‎ einem Volke streitig zu machen, das in seinem Leben den Jdealen des reinen Menschtums (‏אדם‎ s. Kap. 34, 31) zu dienen entschlossen ist, für deren Verwirklichung dieser Boden für ewig diesem Volke sich vermählt hat. Gog wagt es, Gott den Besitz seiner Erde vorzuenthalten, und was die Natur an Machtmitteln ihm bietet, zu einem kunstvollen Festungstwerk aufzuführen, hinter dem es sich geborgen genug fühlt, um fortan jedes göttlichen Beistandes entbehren zu können. Der Augenblick aber ist gekommen, da Gott seinen Rechtsanspruch (בקנאתי)‎ nicht nur auf ‏ארץ ישראל‎ sondern auf die ganze Erde erhebt, und deshalb erbebt »Jisraels Boden« (s. Sech. das. 4—5), und dieses Beben erfaßt auch die ganze Natur und bringt einer ganzen Menschheit, ‏וכל האדם אשר על פני האדמה‎ deren festeste Stützen ohnmächtig zusammensinken, die Erkenntnis, daß die Erde nicht ferner gewillt sei, Menschen zu tragen, die sie ihrer gottgewollten Bestimmung (‏אדמה)‎ schnöde entfremden. In diesem Beben nimmt Gott wieder von seiner Erde Besitz, wenn erst Gogs Machtstützen in kläglicher Ohnmacht niedergestürzt sind. — ‏ונהרסו ההרים‎ vgl. das entsprechende: ‏יסוב כל הארץ‎ ‏כערבה‎ (Sech. 14, 10) Jeruschalaim gegenüber wird die ganze Erde zur Ebene! מדרגות Stufen: alles was sich an natürlichen Erhebungen zwischen den ragenden Bergen und künstlichen Mauern Gog für sein »Verteidigungssystem« darbot.

‎21. Und alle meine Berge rufe ich gegen ihn zum Schwerte auf — ist der Ausspruch meines Herrn, Gottes, der seine Liebe in Rechtswaltung offenbart — das Schwert eines jeden wird gegen seinen Bruder sein!

21. ‏לכל הרי. Alle Mächte der Natur sowie auch alle anderen Machtfaktoren, die Gog in den Dienst seines Gott entfremdeten »Giebelwahns« gezwungen, entbietet Gott zum Kampfe wieder Gog — und es ist '‏הרב איש וגו ein Kampf aller gegen alle, der dann auf Erden tobt, in dem das Gog-Prinzip seinen furchtbarsten Zusammenbruch erlebt. Dieser Kampf aller gegen alle zeigt am deutlichsten, wohin es führt, wenn Staaten in ihrem Wahne, Gottes Herrschaft entbehren zu können, sich erdreisten! Gegen Gott glauben sie sich »schützen« zu können: wer schützt die Menschen vor einander, daß sie nicht in grauenhafter Selbstzerfleischung verbluten?

22. Ich gehe ins Gericht mit ihm durch Pest und Blut, Überschwemmung bringenden Regen und Hagelsteine, Feuer und Schwefel lasse ich auf ihn und seine Heeresflügel und auf die vielen Völker, die mit ihm sind, niederregnen.

22. ‏אלגביש s. 13, 11. ‏אמטיר‎ »während ‏גשם‎ der bezeichnende Name für Regen ist, bedeutet ‏מטר‎ überhaupt alles, was vom Himmel herabkommt« (Com. Ps. 11, 6). Ein zweites ‏מבול‎ droht der Welt und der Menschheit —

23. Ich aber werde mich in meiner Größe und meiner Heiligkeit offenbaren und werde erkannt werden vor den Augen vieler Völker, und sie werden erkennen, daß ich Gott bin. —

23. Und doch, »zur Abendzeit, da wird Licht!« (Sech. 14, 7). Aus allen nächtlichen Schauern bricht ein junger, herrlicher Morgen für die Menschheit an: ‏והתגדלתי והתקדשתי‎ was Israel durch die Jahrhunderte und vielleicht Jahrtausende mit heißer Inbrunst herbeigefleht und herbeigesehnt, war kein kindischer Traum. Israel hat nicht umsonst sein Kadisch gesprochen —